1964 – Olympia 01



Linolschnitt
67,5 x 48
Öl auf Japan Bütten

In den “Japan-Jahren” begegnete ich erstmals Papierschöpfern und sah wie sie in geduldiger Schwerarbeit den ganzen Zyklus von der Kultivierung der Pflanze über die mühselige Bastgewinnung bis zum Bogen für Bogen Schöpfens, des (für mich ab da) besonders wertvollen Papiers. Die Grafik und Kollagen aus diesen Jahren verstehe ich als meine Ehrung der mir anonymen Menschen. Ich nahm meine eigene Handwerklichkeit zurück, der Linolschnitt änderte sich radikal. Ich durchtrennte oftmals nur das Jute-Trägergewebe an der Rückseite und brach die Linolteile entlang der Trennlinien. Ich walzte die Farbe in einem Irisverlauf auf die Linolteile (meine Vokabel) und manipulierte zusätzlich die Auflage in der Flachdruckpresse. Auf diese Weise konnte ich das feinste Mikro-Oberflächenrelief jedes handgeschöpften Bogens sichtbar machen und die Spur – von der Hand des Schöpfers – als Kompositionselement einbeziehen.
Mein Respekt vor den Papierschöpfern ist lebendig geblieben.
Auch die kleinsten Abschnitzel bewahre ich, um zu gegebener Motivation daraus Kollagen zu bilden . . .